Aussehen & Wesen

 

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Wenn Sie mit einem Norfolk Terrier an der Leine spazierengehen, wird kaum einer der Passanten auf die Idee kommen, dass es sich um einen Rassehund handeln könnte. “Ist das aber ein nett geratener Mischling” und ähnliche Aussprüche werden Siezu hören bekommen. Andere Definitonen sind zum Beispiel: Kanalratte, umgebaute Filzlaus, Kreuzung aus Reisigbesen und vier Kilo Schnellstrickwolle, Taschentiger, Ofenrohrputzer, wildgewordener Handfeger, Schrubber ohne Stil … . Sicher können die Norfolk oder Norwich Terrier Besitzer diesen Beschreibungen etliche weitere hinzufügen. Hat man mehrere dieser Tiere dabei, dann werden die Passanten schon vorsichtiger – bei Zweien könnte es sich um Zufall handeln, aber drei sind doch offensichtlich eine Rasse, denn so viele nette Zufälle auf einmal gibt es dann wohl doch nicht!

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Vielleicht macht gerade das relativ unauffällige, natürliche Aussehen diese Hunde so liebenswert.

Wichtiger als das Aussehen ist bei diesen Hunden jedoch das Wesen, und das wird auch im Standard ganz besonders betont. Es sind drahtige, aufgeweckte Burschen mit ausgeglichenem Temperament und überaus liebenswertem Charakter. Sie sind im Haus angenehm zu halten und zeichnen sich durch ihre Wachsamkeit aus. Man kann sie leicht erziehen und aufgrund ihrer handlichen Grösse überall hin mitnehmen. 

Hierzu ein Artikel von Elisabeth Matell aus der Schwedischen Zeitschrift “Terrier Post” 2/1971: 
Norfolk Terrier haben ”personality plus”.

Der Norfolk Terrier, der kleine Rote, wie er auch von vielen genannt wird, ist im Kommen.

Es gibt jetzt (1971) ca. 65 Norfolk Terrier in Schweden. Der Norfolk Terrier verdient größere Aufmerksamkeit. Es gibt nicht viele rauhaarige Terrierrassen, die man ohne grosse Vorbereitung im Ausstellungsring zeigen kann, sozusagen direkt “aus dem Wald”! Der Norfolk ist klein genug, um unter dem Arm oder in einem Rucksack getragen zu werden, aber hart und robust genug, um lange Touren oder grössere Waldwanderungen mitzumachen. Ausserdem ist er einer von den wenigen Terierrassen, die trotz “Terrierspirit” in einem grösseren Rudel gehalten werden können ohne zu raufen. Auch wenn er gut als Zwingerhund zu halten ist, entwickelt er eine ausgeprägte Persönlichkeit, wenn er im Haus als Familienmitglied wohnen darf. Er will jedoch als grosser Hund behandelt werden und nicht wie ein kleiner, zerbrechlicher Schosshund.

Goldy 1 klein_560Er ist ein robuster Hund, für ein rauhes Leben gezüchtet und keinesfalls als nette Dekoration in der Sofaecke gedacht. Er ist seinem Besitzer sehr zugetan und anhänglich, intelligent und gelehrig, immer munter und zu allem bereit, egal ob es darum geht mit Kindern zu spielen oder auf Mäusejagd zu gehen. Probleme mit dem Wesen gibt es nicht. Ängstliche, nervöse und bissige Norfolks sind so gut wie unbekannt. Dass er noch nicht mehr Anhänger hat ist unbegreiflich, denn er wäre eine gute Alternative zum Cairn oder Westie. Er verträgt sich auch ausgezeichnet mit anderen Hunden, eignet sich gut als Zweithund zu einer grösseren Rasse. 

Man darf aber nicht glauben, dass die Rasse leicht zu züchten ist, denn der Norolk Terrier bekommt im Durchschnitt nur zwei Welpen, auch wenn es vorgekommen ist, dass eine Hündin vier (oder mehr!) bekommen hat. (Anmerkung: in einer amerikanischen Statistik war die durchschnittliche Wurfgrösse des Norfolk Terriers 2,3). 

Kurz und gut: der Norfolk Terrier ist nichts für Stubenhocker und auch kein Modehund, mit dem man durch das Einkaufszentrum der Stadt bummelt, sondern ein echter Kumpel für weite Wanderungen durch Wald und Feld, der mit seinem Herrchen oder Frauchen durch dick und dünn geht!

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